Grundschule Wittelsbach Pirmasens
Grundschule Wittelsbach Pirmasens

Die Geschichte unserer Schule

Die Situation der Pirmasenser Volksschulen zu Beginn des 20. Jahrhunderts

 

Als Folge der Industrialisierung ergab sich eine schnell wachsende Bevölkerung in der Stadt Pirmasens:

 

1861 -- 7 100 Einwohner

1875 -- 10 086 Einwohner

1891 -- 21 041 Einwohner

1900 -- 30 194 Einwohner

1905 -- 34 002 Einwohner .

 

Bis zum Jahre 1906 hatte sich die Einwohnerzahl von 1861 also etwa verfünffacht.

Mit der zunehmenden Bevölkerung stieg gleichzeitig die Zahl der schulpflichtigen Kinder. Im Jahre 1906 besuchten von 126 Straßen der Stadt 5 327 Schulkinder die fünf bestehenden Volksschulgebäude:

Exerzierplatzschulhaus -- 1 195 Schüler

Germaniaschulhaus (heute Matzenbergschulhaus) -- 1450 Schüler

Kaiserschulhaus (im 2. Weltkrieg zerstört) -- 836 Schüler

Luitpoldschulhaus (heute Nagelschmiedsbergschulhaus) -- 807 Schüler

Horebschulhaus -- 1 039 Schüler.

Die Statistik zeigt, dass das ehemalige Germaniaschulhaus die größte Schülerzahl aufwies. Ursache der Überbelegung war der Ausbau des Winzler Viertels.

 

Die Vorgeschichte

 

So überreichte der damalige Lehrerverein am 26. 1. 1906 dem Bürgermeisteramt Pirmasens eine Eingabe, im Winzler Viertel, das 1 100 schulpflichtige Kinder hatte, ein eigenes Schulgebäude zu errichten. Am 18. 12. 1906 beschloß daraufhin der Pirmasenser Stadtrat, Bauplatzangebote einzuholen.

Nach der Annoncierung in der Pirmasenser Zeitung erhielt man zahlreiche Angebote aus allen Vierteln der Stadt. Der Quadratmeterpreis bewegte sich zwischen 3 und 12 Mark. Man entschied sich für ein Gelände zwischen der Winzler -, Goethe-, Pasquay- und Wittelsbacher Straße. Es hatte eine Größe von 13 710 Quadratmeter und wurde für 36 722 Mark erworben.

Für den Schulhausbau selbst setzte man im Jahre 1909 eine Summe in Höhe von 250 000 Mark in den Haushaltsplan. Am 15. Juli des Vorjahres hatte man die Bauarbeiten vergeben. Volle zwei Jahre zog sich der Bau des neuen Schulgebäudes hin. Den Namen hat die Schule der vorbeiführenden Wittelsbacher Straße zu verdanken. Am 12. August 1910 teilte das Stadtbauamt mit, dass nach den Sommerferien das Haus bezogen werden könne.

Der stattliche Neubau umfasste 26 Säle, jeder zwischen 68 und 72 Quadratmeter groß, sowie eine Turnhalle mit 231 Quadratmetern. Außerdem waren eingerichtet eine Kochküche, ein Lehrerzimmer, ein Schulleiterzimmer und im Kellergeschoß die Hausmeisterwohnung. Das größte Pirmasenser Schulhaus hatten den Betrag von 430 000 Mark verschlungen.

Mit dem 5000 Quadratmeter großen Schulhof und einem geräumigen Schulgarten umfasste die neue Schule einen Baublock von über 10 000 Quadratmeter Gesamtfläche, den eine Mauer gegen die umgebenden Straßen abschließt. Die Höhenlage beträgt 380 Meter über Meereshöhe. Die Bauform des Hauses, ein modernisierter Barock mit einfacher Putzstruktur, erhält durch die Anordnung der Treppenhäuser und die Abgliederung der Turnhalle, sowie durch die geschickte Dachlösung, eine wirksame Belebung. Die Einbeziehung der Einfriedigung in das Bild des Gebäudes, das Säulenrondell des Eckeingangs, die Säulenhallen der Eingänge, die roten Steineinrahmungen der hellen Verputzflächen, das Rot des Daches, das Grün des Vorgartens und der berankten Säulen erzeugen trotz sparsamer Einfachheit in der Ausführung eine künstlerische Gesamtwirkung. Einen sehenswerten Ausblick hat man vom kuppelförmigen Dachreiter mit Fenstern und einer Aussichtswarte.

 

Die Schulgeschichte im Überblick

 

Am 10. September 1910 fand der erste Unterrichtstag in der Wittelsbachschule statt. Erklang zur Eröffnung des Schulbetriebs noch das “Heil Dir im Siegerkranz ...”, stöhnten schon vier Jahre später Verwundete in den Klassenräumen. Als 1914 der 1. Weltkrieg ausbrach, musste die Schule nämlich als Lazarett dienen. Weitere vier Jahre danach wurde sie wiederum auf eine ganz neue Weise genutzt: Obwohl 1918 der Krieg ein Ende gefunden hatte, konnte das Schulhaus noch nicht durch Kinder und Lehrer bezogen werden; denn bis Ende des Jahres 1919 war sie Unterkunft für Besatzungsstreitkräfte. Französische Soldaten aus Madagaskar sangen während dieser Zeit auf dem Schulhof die Marseillaise.

Im Dezember 1919 wurde der Schulbetrieb schließlich wieder aufgenommen. Er konnte bis zum Jahre 1937 aufrechterhalten bleiben. Dann mussten die Insassen des Gebäudes abermals einem anderen Verwendungszweck weichen. Westwallarbeiter und schließlich das Maschinengewehr-Bataillon 10 unter Major Kohler belegten das Schulhaus. Erst Anfang der vierziger Jahre konnter der Unterricht in der Wittelsbachschule wieder aufgenommen werden, später allerdings immer wieder unterbrochen durch Kriegsereignisse.

1945 erlebte das Haus wieder eine kurzfristige französische Besatzung. Die Schäden an dem schon teilweise durch Kriegseinwirkungen betroffenen Gebäude nahmen noch zu. Allerdings hatte die Wittelsbachschule im Gegensatz zu den anderen, in der Kaiserzeit gebauten Schulen, den Krieg im großen und ganzen überdauert.

Die große Schulraumnot nach dem Krieg zwang die Stadtverwaltung, schnellstmöglich mit Ausbesserungsarbeiten zu beginnen. So konnte im Herbst des Jahres 1946 der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden, wenn auch unter recht primitiven Bedingungen.

Das konnte auch in den folgenden Jahren nicht behoben werden. Im Gegenteil: Die Bevölkerung von Pirmasens nahm zu und die anderen Schulen waren immer noch zerstört. In 34 Klassen der Wittelsbachschule drängten sich zeitweise 1 548 Schüler. 16 Klassen hatten keinen eigenen Schulsaal. Ein Sportplatz war nicht vorhanden und das bei einer relativ kleinen Turnhalle. Für rund 800 Mädchen gab es einen einzigen Handarbeitssaal.

Überfüllte Klassen und Provisorien blieben die Regel, bis der Bau der Kirchbergschule 1962 Abhilfe brachte.

Weitere organisatorische Veränderungen ergaben sich schließlich durch die Umwandlung der Bekenntnisschulen in Christliche Gemeinschaftsschulen sowie der Volksschulen in Grund- und Hauptschulen Alle schulpflichtigen Kinder wurden seitdem in die Grund- bzw. Hauptschule des zugehörigen Schulbezirks eingewiesen. Da aber längst nicht alle Schüler des Schulbezirks der Wittelsbachschule im Stammgebäude untergebracht werden konnten, bezog die Hauptschule mit Schulleitung und zwölf Klassen das alte Gebäude in der Wiesenstraße, das bislang von der Berufsschule genutzt worden war. Zwölf Klassen verblieben, ebenso die Schulleitung der Grundschule mit zwölf Klassen; fünf weitere Klassen fanden im alten Waisenhaus Unterkunft.

Nachdem 1965 mit den ersten Modernisierungen des Altbaus begonnen worden war (z. B. Erneuerung der Beleuchtung), wurden auch in den Folgejahren nach und nach Verbesserungen durchgeführt. So erhielt die Schule beispielsweise im Jahe 1972 auf der Ostseite eine Sportanlage.

Doch noch immer ließen sich Schichtunterricht und zeitweise Auslagerung einer Klasse in die Matzenbergschule nicht vermeiden, obwohl in der Schule Waisenhausstraße durch Umbaumaßnahmen neue Klassenräume hinzugewonnen worden waren.

Zu Beginn des Schuljahres 1975/76 wurde schließlich die Hauptschule aufgelöst und in die erweiterte Kirchbergschule integriert. Gleichzeitig entstand die Grundschule Waisenhausschule als eigenständige Einrichtung. Raumnot, Lehrermangel und verkürzte Unterrichtszeiten gehörten der Vergangenheit an. Das Gebäude in der Wiesenstraße wurde aufgegeben und abgerissen.

In der Wittelsbachschule wurden rund 380 Grundschüler in 12 Klassen unterrichtet. Auch ein Schulkindergarten war inzwischen eingerichtet worden. Im oberen Stockwerk hatte man außerdem Klassen der Realsschule untergebracht. In dieser Zeit wurden auch weitere umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt.

Mit dem Schuljahr 1981/82 wurde die Waisenhausschule zur “Filiale” der GS Wittelsbach, d. h. nach und nach der Schülerbestand dort abgebaut. Der erweiterte Schulbezirk sicherte der Wittelsbachschule eine Schülerzahl um 350, untergebracht in 13 Klassen sowie dem Schulkindergarten. Seit dem Schuljahr 1984/85 befanden sich in dem Gebäude keine Realschüler mehr. Dafür wurde das obere Stockwerk sowie ein Saal des darunterliegenden von der Klassen der Berufbildenden Schule benutzt. Ab dem Schuljahr 2005/2006 werden einige Säle von der Matzenbergschule genutzt.

 

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